Dienstag, 31. Dezember 2013

Das Ende allen Auspackens

Weihnachten schafft mich immer wieder. So viel Geschenkpapier, so viele Geschenke erst ein- und dann wieder auszupacken. Und dann der riesige Geschenkpapiermüllberg an Heilig Abend. Aber es ist auch immer wieder herrlich, diesen Kitzel zu verspüren, was man geschenkt bekommt. Ob's passt, ob ich begeistert bin? Je enger ich mit dem oder der Schenkerin verbunden bin, desto sicherer bin ich mir vorab, das richtige Geschenk zu bekommen. Manchmal werden sogar meine Erwartungen übertroffen. Und bei Spielen gibt’s dieses Gefühl natürlich auch. Bei bestimmten Verlagen weiß ich oft schon vorab, was ich erwarten darf … Trotzdem bin ich immer voller Hoffnung, öffne jede Spieleschachtel mit Spannung, oft genug immer noch zärtlich.
Aber was erwartet mich wirklich in der Schachtel, wenn die Folie runter ist? Wie ist das schön, wenn ich den Deckel abhebe, der entstehende Unterdruck in der Schachtel mit leichtem Stöhnen … Sie kennen doch dieses Geräusch?! ... ausgeglichen ist und mein! Schatz endlich offen zutage tritt. Ich bin doch immer wieder neugierig und gespannt, was mich erwartet.
Und dieses herrliche Gefühl wird mir immer öfter genommen. Da gibt’s Webseiten, die stellen Fotostrecken oder Videos von Spielen ins Netz, die nur das „nackte“ Auspacken zeigen. Unboxing heißt das heutzutage. Mittlerweile meide ich solche Beiträge wie der Teufel das Weihwasser. So was bringt mir wirklich gar nix. Was soll ich meine Neugier so plump befriedigen, mich selbst meiner Vorfreude berauben? Das ist doch Selbstbetrug. Und außerdem, was nützt mir so ein Video oder so eine Bilderstrecke, wenn es dann noch nicht mal eine Meinung zum Spiel gibt. Ein bisschen mehr Mehrwert wäre mehr wert. Und doch bin ich mir der Mühe bewusst, die für diese Arbeit aufgebracht wird, wenn's nicht nur ein hingerotztes Video ist. Ich weiß ja schließlich, dass es die reine Selbstausbeutung ist.

Freitag, 27. Dezember 2013

+ Bam! von Pegasus

Sascha Ackermann und Lars Beckmann: BAM! mit Grafikdesign von Hans-Georg Schneider für 4 bis 10 Personen bei Pegasus 2013

Das ist schon fast WIE ICH DIE WELT SEHE..: Man muss zu einer Aussage (auf den roten Karten) mit einem oder zwei Platzhaltern ausgewählte Begriffe (auf den grauen Karten) hinzufügen. Sind alle Begriffe beim BAM!-Master, entscheidet er ganz allein, welchen Aussage er gut und welchen er schlecht findet. Will heißen: Die graue Karte geht als Pluspunkt, die rote als Minuspunkt retour.
Und jetzt kommt's: Die grauen Karten sind nicht ohne. Was da drauf steht, muss ich hier zensieren. Jedenfalls die ganz bösen Karten, die voll unter die Gürtellinie zielen. Da wird’s je nach Einstellung schlüpfrig bis peinlich, auch schlimmer. Also nix für … all die Menschen, die Ihnen jetzt gerade durch den Kopf gehen, die an so etwas überhaupt keinen Spaß haben. Spieler sind doch zumeist ernsthafte Gesellen und natürlich immer politisch korrekt. Jedenfalls, was die Themen angeht. Da gibt’s nix mit Schlachten, nix mit Sklaverei, nix mit Umweltverschmutzung, nix mit Kolonialismus, nix mit … und schon gar nix mit irgendeiner Art Schweinkram.

Montag, 23. Dezember 2013

+ Word on the Street von Amigo

Jack Degnan: WORD ON THE STREET mit Grafik von Design Edge, Max Winter Osterhaus und John Kovalic für 3 bis 10 Personen bei Amigo 2013

Kurz vor Weihnachten mag ich's bequem, Amigo darf heute für mich arbeiten und das Spiel selbst erklären.
Ersteinschätzung: Warum sind zwei Sanduhren im Spiel? Es läuft doch nur die Zeit für eine Mannschaft … Oder soll die zweite Uhr dann sofort zum Einsatz kommen, wenn das erste Team schneller ein Wort gefunden hat, die Buchstaben schon verschoben sind, bevor der Sand durchgelaufen ist? Wenn das die einzige Frage ist?! Nee, nee, wer sagt denn, dass beide Uhren wirklich ganz genau gleich laufen? Die anderen haben einen Tuck mehr Zeit, so viel ist sicher!

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Das 60. Großspielen am 03.12.2013 mit Word on the Street, Bam! und Einer ist immer der Esel


Ist doch schön, dass die Flut aus Essen ein paar Spiele an unsere Gestade anspült. Spiele, die wir in großer Besetzung spielen können. WORD ON THE STREET ist ja eigentlich nur für 10 Mitspieler, aber was soll's. Wir sind zu Elft, das wird schon klappen. In zwei Mannschaften, diesmal nicht in westfälischer Reihe, treten wir gegeneinander an. Wir suchen in jeder Runde nach dem richtigen Wort. Und was heißt richtig? Natürlich mit möglichst vielen Konsonanten, denn jeden Konsonanten dürfen wir auf unsere Straßenseite ziehen. Zwei Felder ist die Straße breit. Und kommt der Buchstaben von der Straße ab, dann gehört er endgültig uns. Acht der 17 Buchstaben brauchen wir, um zu gewinnen … und das Spiel entwickelt eine gewisse Dynamik.

Dienstag, 17. Dezember 2013

+ Love Letter von Pegasus Spiele

Seiji Kanai: LOVE LETTER für 2 bis 4 Personen mit Illustrationen von Andrew Hepworth und Jeff Himmelman bei Pegasus Spiele 2013

Ooch nee, hier jetzt noch runterzubeten, wie LOVE LETTER funktioniert, muss nicht sein. Dafür ist das Spiel schon zu lange in aller Munde und von vorne bis hinten durchgekaut.
Ersteinschätzung: Jeder kennt es, jeder liebt es. Jeder? Nein … im fernen Münsterland gibt es das provinzielle Münster, da wohnen fast nur skeptische Spieler. Wie soll man denn mit 16 Karten und ein paar Holzherzen Spaß haben. Ist doch eh' nur Zufall, welche zwei Karten man auf die Hand bekommt, wer gegen wen antritt und überhaupt …

Donnerstag, 12. Dezember 2013

+ Glück auf von eggertspiele

Wolfgang Kramer und Michael Kiesling: GLÜCK AUF für 2 bis 4 Personen mit Illustrationen von Dennis Lohausen bei eggertspiele 2013, Vertrieb bei Pegasus Spiele

GLÜCK AUF ist der traditionelle deutsche Bergmannsgruß … Es geht um Kohle, die in acht Flözen auf vier Sohlen erst erschlossen, dann nach oben gefördert und abtransportiert werden muss. Logisch, dass so ein Spiel eher düster bis schwarz daher kommt. Und ganz besonders düster sind die Stollen auf der dunklen, weil unbeleuchteten Seite des Bergwerks. Allerdings sollte dieser Teil nicht vernachlässigt werden. Ungleichgewicht zwischen Licht und Dunkelheit wird am Ende bestraft. Also muss man sich schon Loren mit und ohne Licht anschaffen, damit die Kohle rechts und links vom Förderschaft möglichst gleichmäßig abgebaut werden kann. Ist der Inhalt einer Lore nach oben gefördert, muss der Stollen mit einer vollen Lore verlängert werden. Sonst ist bald nix mehr zu holen.
Und wer arbeitet im Bergwerk? Natürlich Bergleute, sprich Arbeiter, die die Loren für neue Kohle heranschaffen, Kohle in vielen Arbeitsschritten aus dem Stollen in den Förderkorb und nach oben in die Transportfahrzeuge befördern, Kohle auch ausliefern, Kohle und neue Aufträge heranschaffen. Kohle, also Penunzen sind auch wichtig, denn nur dafür gibt’s neue vollbeladen Loren, die wiederum …

Dienstag, 10. Dezember 2013

Das 230. Montagsspielen (16/2013) am 02.12.2013 mit Glück auf!, Der Millionencoup und Love Letter


Heute tauchen wir richtig in die Neuheitenflut ein. Das wissen wir allerdings erst am Ende des Abends, als wir tatsächlich drei Spiele „geschafft“ haben. Dass wir das schaffen, habe ich gar nicht erwartet, als wir uns zu Beginn für GLÜCK AUF! entscheiden. Ich bin da eher eher von einem etwas schwergängigeren und vor allem länger dauernden Bergbauspiel ausgegangen. Trifft aber beides nicht zu, denn das Spiel ist schnell erklärt und auch ruckzuck zu Ende. Da hätte ich fast noch eine „Schicht“ dranhängen, hätte weiter an meiner Zeche stricken wollen. Astrid und Michael hätten in ihrer Zeche bestimmt auch weiter abgebaut, gefördert und abtransportiert.

Freitag, 6. Dezember 2013

+ Finger weg! von Zoch

Peter Wichmann: FINGER WEG! mit Grafik von Oliver Richtberg für 3 bis 8 Personen bei Zoch 2013

Ein Quizspiel?! Das Genre ist doch sowas von tot … Hab' ich so gedacht, aber immerhin ist FINGER WEG! für bis zu acht Mitspieler. Das ist gut für uns Großspieler, also warum nicht mal wieder ein paar Fragen beantworten. Damit fängt's auch schon an. Sieben Themenbereiche, aber nur schräge Fragen. Sogar noch irgendwie kompliziert gestellt: Finger Weg .. von der Comic-Figur, die nicht von René Goscinny (mit-)erschaffen wurde. Und am Ende nur ein Punkt! Da stehen so viele drauf, von denen hab' ich noch nie gehört. Und der Blitz – also die Antwort – wird auch noch durch die Sicherungskasten verdeckt. Ich darf mich für eine Antwort entscheiden, tunlichst nicht für die mit dem Blitz. Aber weiß ich was? Also nehme ich Umpah-Pah. Von dem hab' ich schon was gehört. Diese Figur ist bestimmt von Goscinny. Und meine Mitspieler dürfen auch tippen, ob ich recht habe oder nicht. Wenn's stimmt, bleiben sie im Spiel, müssen später selbst eine richtige Antwort im Sicherungskasten finden. Hätte jemand sich dafür entschieden, dass Umpah-Pah tatsächlich richtig im Sinne von falsch ist, dann wär er jetzt raus, andernfalls hätte er 10 Punkte kassiert.So geht es weiter, bis die Stunde der Wahrheit schlägt. Wer ist dann noch im Spiel und hat Schweißperlen auf der Stirn?

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Das 59. Großspielen am 05.11.2013 mit Polterfass, Finger weg! und Einer ist immer der Esel

Irgendwann ist mal gut! Beim Großspielen immer dieselben Spiele zu spielen, muss echt nicht sein. Zu groß eigentlich die Auswahl. Und auf der letzten Spielemesse in Essen sind sogar ein paar mehr Spiele für viele Spieler erschienen. Ist ja nicht so, dass es dort nur Vielspielerspiele gibt. VielEspielerspiele sind für uns Großspielern schließlich sehr wichtig.
Wir sind erst noch zu Fünft, starten mit einem Würfelspiel für einen Wirt und seine vier Gäste. Irgendwie ist POLTERFASS ganz schön schräg. Nix ist kalkulierbar, Glück und Willkür regieren den Ausschank. Ist auf jeden Fall gut angekommen, allerdings hatten bald einige Kneipengänger kaum mehr Siegchancen. In der ersten Partie lief es für Inga perfekt, in der zweiten Partie haben sich Martin und ich den Sieg geteilt. Diese Kneipe sollten Sie mal kennenlernen. POLTERFASS habe ich bereits rezensiert.
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