Montag, 30. Juni 2014

Das Ende aller Spielekritik (V) - Ich bin der Nabel der Spielewelt

Jeder Blogger sollte sich von Zeit zu Zeit fragen, wie groß der Abstand zu Wissen und Erfahrung seiner Leser ist. Kann ich das noch in Prozenten ausdrücken, in einer positiven Prozentzahl? Weiß ich noch mehr, kenn' ich mehr Spiele, habe ich Hintergrundwissen? Kommt es darauf allerdings überhaupt (noch) an?
Natürlich ist das Wissen um die ganzen Hintergründe von Spielen, Autoren und Verlagen nicht unbedingte Voraussetzung, um täglich ein anderes Spiel zu rezensieren und noch von den Verlagen hofiert zu werden. Jeder mit ausreichend großem Sendungsbewußtsein kann doch heutzutage seine Meinung veröffentlichen. Vorsicht aber: distanzlose Begeisterung ist nicht der richtige Weg, Spiele sind nicht der Nabel der Welt, und Berufsspieler ist nur dann ein Traumberuf, wenn es um Fußball, Tennis oder Golf geht. Internetseiten über Spiele sorgen also letztlich für die Demokratisierung von Spielekritik und gleichzeitige Beseitigung von Meinungsführerschaft. Immerhin bieten gerade Blogger Meinung direkt aus dem Spielervolk … und nicht aus dem Volk der Weihnachstsspiele- oder überhaupt Geschenkekäufer, nicht mal Meinung von Otto und Erna Normalspieler. Es ist Meinung aus der Szene für die Szene.

Donnerstag, 26. Juni 2014

Rezension: Blöder Sack von Kosmos

Ralf zur Linde: Blöder Sack für 2 – 4 Spieler ab 8 Jahren mit Gestaltung von Martin Hoffmann und Claus Stephan bei Kosmos 2014

Thema: Oh ja, der Titel ist ja schon Thema genug. Was stellt man sich nicht alles unter einem blöden Sack vor?! Da laufen doch schon Bilder durch Ihren Kopf … und ja, ich kenn' auch so einen blöden Sack, der hämisch grinsend durch die Gegend läuft. Gut, dass ich mit dem schon abgeschlossen habe. Der Sack kann mich mal ...
Optik: Was ich ja an diesem Sack definitiv hasse, ist seine Verpackung. Die passt nicht gut ins Spielregal, ist mir zu sehr auf Schau getrimmt. Gewiss, im Verkaufsregal macht sich der gelbe Sack in seinem großen Schaufenster recht gut. Aber zu Hause, im meinem vollen Regal? Fliegt die labberige Schachtel nicht sowieso weg? Bleibt der Sack unbeschachtelt zurück? Nur der Sack, darin die Regeln, die Karten und die vielen Würfel? Nee, eine richtige Schachtel wär' schon schöner, nicht nur so'n Sack, der von einer Ecke in die andere segelt.

Dienstag, 24. Juni 2014

Das 65. Großspielen am 06.05.2014 mit Time's up! und Tick Tack Bumm

Tja, blöd gelaufen. Nichts aufgeschrieben, keine Bilder gemacht. Und was haben wir gespielt? Meine Mitspieler wissen es noch, auch die Geschichte einer gewissen Eva B. später Eva H. Ihr Leben hat bei TIME'S UP! schon eine gravierende Wandlung erfahren. Erst lang und breit als Frau des Widerstands beschrieben, brauchte es in der zweiten Runde nur noch das eine Wort: Widerstand. In der letzten Runde, mit Pantomime, wurde dann diese deutsche Dame mit dem ihr gebotenen Gruß begrüßt. Ist zwar politisch inkorrekt, aber einzig richtig, denn damit wird sie endlich in den richtigen Kontext gerückt. Wir wissen schließlich, um wen es sich da handelt. Und Widerstand hat die Dame keinen geleistet.
TIME'S UP! ist und bleibt eines unserer Lieblingsgroßgruppenspiele. Und wenn dann nach der Partie die ganzen Anekdoten vom Biberpelz und Max Herre heraus gekramt werden, wissen wir alle, dass TIME'S UP unser Spiel ist. Gewonnen haben übrigens … Ich weiß das gar nicht mehr so genau, weil ich mir nur die Farben der Teams notiert habe, aber nicht deren Teilnehmer. Gewonnen hat Team „rot“ mit satten 15 Punkten Vorsprung. Würd' mich nicht wundern, wenn es ein Damenteam gewesen ist.
Den Abend beschließen wir mit TICK TACK BUMM! Die Bombe hat aber ihren Geist aufgegeben. Wir behelfen uns mit der lautstarken Bombe aus LET'S PARTY. Das Ergebnis – wer Loser ist – ist wie immer nicht wichtig.

Heute spielen Peter, Steve, Moni, Susanne, Elke, Ralf, Inga, Martin, Jürgen, Andrea, Diane und ich.

Donnerstag, 19. Juni 2014

Rezension: Bang! The dice game von Abacusspiele

Michael Palm und Lukas Zach: Bang! The dice game für 3 – 8 Spieler ab 8 Jahren mit Grafik von Riccardo Pieruccini bei Abacusspiele 2013

Thema: Wilder Westen – so wie man ihn kennt. Ganz bestimmt sogar, denn Indianer spielen nur eine undankbare, weil unangenehme Nebenrolle. Ansonsten kämpft der Sheriff und seine Hilfssheriffs gegen Banditen und den oder die Gesetzlosen, die wiederum gegen alle – auch gegen Banditen – kämpfen. Es wissen zwar alle, wer der Sheriff ist, die anderen Rollen bleiben aber geheim.
Optik: Wilder Westen – in etwa so stellt man sich den vor, wenn man die „Wanted“-Steckbriefe kennt. Also leicht holzschnitzartig bis fahrig. Passt aber atmosphärisch gut zum Thema. Was ich mir allerdings gewünscht hätte: Rollenkarten mit neutralem Rand. So blitzen manchmal beim Geben die Kartenfarben hervor. Nur den Sheriff stört das nicht. Dafür sind die Würfel aber richtig gut.

Dienstag, 17. Juni 2014

+ Port Royal von Pegasus

Alexander Pfister: PORT ROYAL für 2 bis 5 Personen mit Illustrationen von Klemens Franz bei Pegasus Spiele 2014, zuerst veröffentlicht vom Österreichischen Spielemuseum 2013

Das sind wir also: Piraten … oder so ähnlich. Vielleicht auch nur Kaufleute, so verkauft uns das die Regel. Aber Port Royal war doch die Stadt der Freibeuter und auch deshalb wohl eine der reichsten Städte der Welt … ja, bis eine höhere Macht damit Schluss machte. Aus war's mit Sittenlosigkeit und lockerer Moral. Kein Platz für Sodom und Gomorrha, am 07.06.1692 war damit Schluss. Die Stadt versank im Meer … und 2014 legt es Pegasus neu auf, züchtig und gezähmt.

Donnerstag, 12. Juni 2014

Das 241. Montagsspielen (11/2014) am 19.05.2014 mit Camel up, Port Royal, Bang – The dice game und Love Letter


Tädääh! Heute brechen wir alle Rekorde. So viele Spiele und so viele Partien haben wir noch nie montags gespielt. Vier verschiedene Spiele, acht Partien. Unglaublich! Ganz besonders Herbert ist beeindruckt … fast sechs Wochen nicht dabei, und dann so ein Rekord. Und keiner hat gemosert oder schlapp gemacht. Hätten wir uns durchbeißen müssen, hätten wir diesen Rekord nicht aufstellen können. Sind wohl alles gute Spiele?!

Dienstag, 10. Juni 2014

Rezension: Gregs Tagebuch - 10 Sekunden Balla Balla

Carterbench Product Development Ltd: GREGS TAGEBUCH – 10 SEKUNDEN BALLA BALLA für 2 – 6 Spieler ab 8 Jahren mit Illustration von Jeff Kinney bei Kosmos 2014, Lizenz von Wimpy Kid, Inc.

Thema: Wo Greg drauf ist, ist natürlich auch Greg drin … und alle seine „Kumpel.“ Braucht ein kommunikatives Spiel überhaupt ein Thema? Dieses ist BALLA BALLA, was ja – zumindest in meiner Gegend – soviel wie verrückt bedeutet. Verrückt ist der mitgelieferte Ball aber ganz und gar nicht. Ein Balla halt … mit acht Jahren könnte man das sicher schon korrekt aussprechen. Was man wissen muss: Es wird sportlich … Bewegung ist fast alles …
Es ginge natürlich auch ohne Greg, nur dann wäre die Zielgruppe nicht so klar, potenzielle Käufer schwerer zu erreichen. So hilft Greg natürlich gerne beim Verkaufen. Und Action!
Optik: Wo Greg drauf steht, ist natürlich auch Greg drin … und alle seine „Kumpel.“ Ansonsten ist die Grafik naturgemäß eher nüchtern und funktional. Was kann man schon von einer Strichzeichnung erwarten? Stimmt nicht, denn die allermeisten Karten sind sogar gregtypisch illustriert. Nicht nur für Greg-Fans ein Bonus.

Donnerstag, 5. Juni 2014

+ Istanbul von Pegasus

Rüdiger Dorn: ISTANBUL für 2 bis 5 Personen mit Illustrationen von Andreas Resch bei Pegasus Spiele 2014

Dass das mal klar ist: Es geht nicht um Teppiche, auch nicht um Kamele. In ISTANBUL geht’s nur noch um Rubine. Fünf müssen es für den Sieg sein. Um an Rubine zu kommen, müssen sich unser Kaufmann und seine Gehilfen in den 16 Vierteln Istanbuls herumtreiben, Waren und Geld besorgen. Dafür, aber nicht nur dafür, gibt’s dann in bestimmten Orten die Rubine. Was noch Mittel zum Zweck ist: Bonus-Karten! Drei Ausrufezeichen!!! Die erleichtern das Leben in ISTANBUL schon mehr als deutlich, denn sie verschaffen allerlei Vorteile. Gravierende Vorteile … wenn man die richtigen Leute besucht. Ist doch gut, wenn man einen kennt, der die Bonus-Karten verteilt.

Dienstag, 3. Juni 2014

Das 240. Montagsspielen (10/2014) am 05.05.2014 mit Istanbul und Parade


Spielenachschub ist reichlich vorhanden, ganz besonders viele Pegasus-Neuheiten. Scheint ja so, als ob Pegasus momentan das Angebot an interessanten Neuheiten dominiert. Also dann … entjungfern wir heute ISTANBUL. Die Folie muss runter. ISTANBUL soll ja Anleihen bei den HÄNDLERn von GENUA nehmen. Und das habe ich damals – glaube ich jetzt – gar nicht gespielt, sondern nur im Messebericht in der Fairplay anno 2001 als Alea-Spiel ausführlich vorgestellt (das ist sicher).
Also dann jetzt … und wir werden nicht enttäuscht. ISTANBUL ist ein ziemlich „schlankes“ Spiel. Kurze Regeln, tolles Material und eine knackige Spieldauer. Die erste Partie geht knapp aus, uns bleibt sogar noch viel Zeit für eine Revanche. Tja, ISTANBUL zieht uns ins Spiel, macht Laune. Dass ISTANBUL für den grauen Pöppel zum Spiel des Jahres nominiert ist, wussten wir Anfang Mai noch gar nicht. Mal sehen, wie es bei der Jury und beim Deutschen Spielepreis abschneiden wird.
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